Traverse mit Kettenzug, Scheinwerfern und Stromverteiler im Bühnenaufbau
Bild: Mietgeräteblatt

Baumaschinenmiete

Teil von Veranstaltungstechnik mieten oder kaufen im Vergleich für Betriebe

Veranstaltungstechnik mieten: Strom, Traversen und Genehmigungen prüfen

Veranstaltungstechnik mieten: Prüfpunkte zu Strom, Traversen, Aufbauhöhe und Genehmigungen, mit Hinweisen zu BetrSichV, DGUV, VPLT und Beispielkosten in Euro.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • StromAnschlussleistung, Absicherung und Fehlerstromschutz vor der Bestellung klären.
  • TraversenStatik, Prüfplakette und Anschlagpunkte schriftlich anfordern.
  • GenehmigungenSondernutzung und Brandschutz richten sich nach Landesrecht.
  • MietvertragPrüffristen, Transport, Aufbau und Haftung getrennt ausweisen lassen.
  • KostenRechenbeispiel unten, alle Beträge netto zuzüglich Mehrwertsteuer.

Strom: Lastaufstellung vor der Anmietung

Wer Veranstaltungstechnik mietet, plant den Strom zuerst und die Optik danach. Am Anfang steht eine Lastaufstellung. Für jede Leuchte, jeden Moving Head, jede Endstufe und jedes Rack wird die Leistungsaufnahme notiert. Die Summe entscheidet, ob ein CEE-Anschluss mit 32, 63 oder 125 Ampere genügt.

Stromplanung in vier Schritten

  1. Lastaufstellung erstellen
  2. CEE-Anschlussgröße wählen
  3. Verteiler und Fehlerstromschutz prüfen
  4. Kabelwege und Reserve planen

Danach folgt der Blick auf den Verteiler. Gefragt sind die Anzahl der Abgänge, die Absicherung je Kreis und der Fehlerstromschutz. Fehlerstromschutzschalter mit 30 Milliampere sind für Steckdosenkreise üblich. Empfindliche Digitaltechnik hängt besser an getrennten Kreisen. Wer keine Hausversorgung nutzen kann, braucht ein Aggregat mit ausreichender Dauerleistung und Reserven für Einschaltströme.

Kabelwege gehören zur Planung. Kreuze und Steigleitungen stimmen Mieter und Betreiber vorab ab, sonst fehlt am Aufbautag die Zuleitung. Auf die errechnete Last gehört eine Reserve von rund 30 Prozent. Verteiler, Verlängerungen und Steckverbinder werden vor dem Aufbau sichtgeprüft, beschädigte Ware geht zurück an den Vermieter.

Die Gefährdungsbeurteilung ist Pflicht, nicht Kür. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin erläutert in der TRBS 1111 zur Gefährdungsbeurteilung, wie Gefährdungen beim Einsatz von Arbeitsmitteln zu ermitteln und zu dokumentieren sind.

Traversen und Anschlagpunkte prüfen

Traversen tragen Lasten über Köpfen, deshalb zählt jede Angabe schriftlich. Vier Schritte haben sich bewährt:

Traversen und Anschlagpunkte prüfen

  • Statik anfordern
  • Zulassung und Prüfplakette prüfen
  • Anschlagpunkte klären
  • Lastverteilung rechnen

Bei Ground Support im Freien gehören Ballast, Windlast und Abspannpunkte in die Statik. Für Arbeitsmittel gilt der Anhang 1 der Betriebssicherheitsverordnung: Sie sind vor der ersten Verwendung und danach in festgelegten Fristen zu prüfen. Prüfplaketten und Lastangaben gehören deshalb in die Auftragsbestätigung.

Aufbauhöhe und Genehmigungen

Die Aufbauhöhe entscheidet über Genehmigungen. Ab einer gewissen Höhe und bei Publikumsverkehr prüfen Behörden Standsicherheit, Fluchtwege und Brandschutz. Für Aufbauten im öffentlichen Raum kommt eine Sondernutzungserlaubnis der Kommune hinzu. Für Bühnen in Versammlungsstätten gilt das Landesrecht.

Zuständig sind Kommune, Bauaufsicht und Ordnungsamt, jeweils nach Landesrecht. Wer auf Privatgelände plant, klärt trotzdem Rettungswege, Traversenhöhe unter Decken und die Befestigung im Boden. Bei Tribünen und abgegrenzten Stehplätzen kommen Fluchtwegbreiten und Bestuhlungspläne dazu. Genehmigungen brauchen Vorlauf, Anträge laufen oft mehrere Wochen.

Die DGUV bündelt Unfallverhütungsvorschriften und Regeln für Aufbau und Betrieb von Veranstaltungen. Der Branchenverband VPLT (Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik) vertritt Vermietungsbetriebe und Technikdienstleister und veröffentlicht Merkblätter zu Sicherheitsfragen.

Mietvertrag: Prüfpflichten und Kosten

Der Mietvertrag entscheidet später über Streit und Nachträge. Diese Punkte gehören ausdrücklich hinein:

  • PrüffristenWer prüft Traversen, Kettenzüge und Verteiler, wann, und wer zahlt?
  • Transport, Aufbau und Abbauim Pauschalpreis enthalten oder nach Aufwand?
  • Haftung und VersicherungSturmschäden, Diebstahl, Totalausfall.
  • RückgabeZustand, Fristen, Reinigung, Verpackung.
  • AusfallErsatzgerät innerhalb welcher Frist, zu welchem Preis?

Vermietungsbetriebe wie PRG, Neumann und Müller, Black Box Music in Berlin oder Ambion liefern Technik samt Planung und Aufbau. Preise werden meist je Tag oder je Woche gerechnet, mit Staffelrabatten ab mehreren Tagen. Kaution, Anfahrt und Rigging-Service stehen oft in separaten Positionen. Prüfplaketten und Prüftermine werden mit Gerätenummer im Vertrag festgehalten.

Beispielrechnung: drei Tage Technikmiete

PositionMenge und TagessatzNetto
Traverse40 Meter x 3 Tage x 12 Euro1.440 Euro
Kettenzug, 1 Tonne6 Stück x 3 Tage x 35 Euro630 Euro
Stromverteiler, 63 Ampere2 Stück x 3 Tage x 55 Euro330 Euro
Zwischensumme2.400 Euro
Umsatzsteuer, 19 Prozent456 Euro
Gesamtbetrag brutto2.856 Euro

Die Beispielrechnung zeigt nur die Miete. Statik, Genehmigung, Aufbau und Rigging kommen häufig hinzu und kosten je nach Projekt mehrere Hundert Euro netto.

Häufige Fragen

Wie viel Vorlauf braucht die Anmietung von Veranstaltungstechnik?

Für Standardmaterial genügen wenige Wochen. Rigging, Sonderkonstruktionen und Genehmigungen brauchen mehr Zeit, oft vier bis acht Wochen.

Wer haftet für Schäden an gemieteter Technik?

In der Regel der Mieter. Deshalb Haftungsumfang und Versicherung vor der Unterschrift klären.

Reicht die Hausversorgung für Licht und Ton?

Nur wenn die Lastaufstellung passt. Bei knappen Reserven hilft ein Aggregat oder eine zweite Einspeisung.

Braucht jede Traverse einen Statiknachweis?

Nein. Sobald Lasten über Personen hängen, verlangen Betreiber, Behörden oder Versicherer jedoch Nachweise. Der Vermieter liefert Lastangaben, die Statik erstellt ein Tragwerksplaner.

Sind Tagessätze verhandelbar?

Bei mehrtägigen Einsätzen sind Staffelpreise üblich. Wer Traversen, Verteiler und Kettenzüge aus einer Hand mietet, verhandelt über das Paket, nicht über die Einzelposition.

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