Baumaschinenmiete

Welche Baumaschinen eignen sich für die gewerbliche Miete?

Baumaschinen mieten im Gewerbe: Minibagger, Radlader, Verdichter und Hydraulikhämmer mit Tagespreisen, Mietdauerstaffeln und Anbietern im Überblick.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Für Baumaschinen mieten im Gewerbe eignen sich besonders Minibagger, Radlader, Verdichtungsgeräte, Hydraulikhämmer und Arbeitsbühnen.
  • Netto-Tagespreise beginnen bei rund 40 Euro für einen Vibrationsstampfer und reichen bis rund 400 Euro für einen Radlader.
  • Auf den Nettopreis kommen 19 Prozent Umsatzsteuer, die gewerbliche Mieter als Vorsteuer zurückholen.
  • Typische Staffel: Wochenpreis rund drei Tagespreise, Monatspreis acht bis zehn Tagespreise.
  • Zeppelin, Liebherr Mietpark, Boels, Cramo und HKL decken unterschiedliche Geräteklassen und Regionen ab.

Erdbaumaschinen: Minibagger, Radlader und Mobilbagger

Minibagger gehören zu den meistgemieteten Erdbaugeräten auf gewerblichen Baustellen. Die Klasse von 1,5 bis 3 Tonnen passt durch Hoftore, arbeitet in Gräben und lässt sich auf einem Anhänger ziehen. Für Ausschachtungen, Leitungsgräben und Rückbau im Bestand genügt diese Größe meist.

Ab etwa 5 Tonnen steigen Grabtiefe und Reichweite deutlich, der Transport wird aber aufwendiger. Solche Maschinen kommen per Tieflader auf die Baustelle. Rechnen Sie mit 150 bis 400 Euro netto je Anlieferung, abhängig von Entfernung, Achszahl und notwendigen Genehmigungen.

Ketten- und Mobilbagger ab 14 Tonnen lohnen sich nur bei durchgehender Beschäftigung. Wer zwei Tage aushubintensiv arbeitet, fährt mit zwei kleineren Geräten oder mit verlängerten Arbeitstagen günstiger. Prüfen Sie vorher, ob die Zufahrt das Gewicht trägt und ob der Boden standfest genug ist.

Radlader eignen sich für Materialumschlag, Planum, Schneeräumung und Verladearbeiten. Kompaktradlader bis 2 Kubikmeter Schaufelvolumen sind auf engen Innenstadtbaustellen im Vorteil. Ein Radlader ersetzt häufig zwei Arbeitskräfte mit Schaufel und Schubkarre, was den Tagespreis relativiert.

Klärungsbedarf besteht fast immer beim Zubehör. Tieflöffel, Grabenräumlöffel, Sortiergreifer, Palettengabel und Schnellwechsler sind mal im Paket enthalten, mal kostenpflichtig. Lassen Sie das Zubehör einzeln im Angebot aufführen, damit sich Angebote vergleichen lassen.

Verdichtung, Abbruch und Anbaugeräte

Verdichtungstechnik ist das Einstiegssegment der gewerblichen Miete. Vibrationsstampfer wiegen 60 bis 90 Kilogramm und kosten 40 bis 70 Euro netto pro Tag. Rüttelplatten von 80 bis 130 Kilogramm liegen bei 45 bis 90 Euro netto.

Für Grabenverdichtung gibt es Grabenwalzen und schmale Rüttelplatten. Für Asphaltarbeiten mieten Betriebe leichte Tandemwalzen oder handgeführte Vibrationswalzen. Entscheidend ist die Verdichtungsleistung am Boden, nicht die reine Motorleistung im Prospekt.

Hydraulikhämmer werden als Anbaugerät für Bagger ab 1,5 Tonnen vermietet. Ein Hammer der 100-Kilogramm-Klasse kostet 120 bis 250 Euro netto pro Tag. Achten Sie darauf, dass der Ölkreislauf des Trägergeräts zum Hammer passt und der Meißel zum Material.

Handgeführte Abbruchgeräte ergänzen den Maschinenpark: elektrische Abbruchhämmer, Trennschleifer, Kernbohrgeräte und Betonsägen. Diese Geräte sind gut kalkulierbar, weil sie kaum Transportkosten verursachen und oft im Transporter mitfahren.

Bei Abbrucharbeiten gehören Staub- und Lärmschutz zur Anmietung dazu. Absaugung, Wassersprühanlage und Gehörschutz sind Zubehör, das kein Vermieter von sich aus mitliefert. Fragen Sie danach, bevor der Hammer auf die Baustelle geht.

Arbeitsbühnen und Veranstaltungstechnik

Arbeitsbühnen sind das zweite große Mietsegment neben dem Erdbau. Scherenbühnen arbeiten senkrecht auf ebenem Untergrund, Gelenkbühnen erreichen Höhen und seitliche Reichweiten. Teleskopbühnen eignen sich für große Höhen mit wenig seitlichem Bedarf.

Für Gelenkbühnen von 12 bis 16 Metern Arbeitshöhe liegen die Tagespreise bei 150 bis 300 Euro netto. Der Anbieter führt zu seinen Gelenkbühnen im Liebherr Mietpark auch Angaben zu Rollen, Arbeitshöhe und Einsatzgrenzen.

Im Innenbereich sind Elektroantriebe gefragt, weil sie emissionsfrei arbeiten und weniger Gewicht auf die Decke bringen. Im Außenbereich dominieren Diesel- und Hybridgeräte mit Geländereifen. Klären Sie vorher die zulässige Radlast und die Bodenbeschaffenheit der Zufahrt.

Für Veranstaltungstechnik mieten Betriebe Traversen, Podeste, Stromerzeuger, Scheinwerfer und Kabelbrücken. Solche Pakete werden meist mit Aufbau und Abbau durch Fachkräfte gebucht. Gewicht, Statik und Genehmigungsfragen gehören deshalb in die Anfrage.

Bei Hubarbeitsbühnen verlangen Vermieter in der Regel einen Nachweis über Einweisung oder Schulung der Bediener. Ohne diesen Nachweis wird die Maschine nicht übergeben. Klären Sie das mit der Personaldisposition, bevor der Anliefertermin feststeht.

Was Baumaschinen mieten pro Tag kostet

Die folgenden Werte sind Marktkorridore netto, ohne Transport, Betriebsstoffe und Zubehör. Region, Auslastung und Saison verschieben sie nach oben oder unten. Wie sich Bauleistungen über die Jahre verteuert haben, zeigt die laufende Statistik zur Entwicklung der Baupreise in Deutschland.

Gerät Einsatzklasse Tagespreis netto Wochenpreis netto
Vibrationsstampfer 60 bis 90 kg 40 bis 70 Euro 100 bis 170 Euro
Rüttelplatte 80 bis 130 kg 45 bis 90 Euro 120 bis 220 Euro
Minibagger 1,5 bis 3 t 90 bis 150 Euro 250 bis 400 Euro
Minibagger 5 bis 8 t 150 bis 230 Euro 400 bis 600 Euro
Radlader 2 bis 4 m3 Schaufel 250 bis 400 Euro 700 bis 1.100 Euro
Hydraulikhammer 100 bis 300 kg 120 bis 250 Euro 350 bis 700 Euro
Gelenkbühne 12 bis 16 m 150 bis 300 Euro 450 bis 800 Euro

Auf alle Nettopreise kommen 19 Prozent Umsatzsteuer. Bei gewerblicher Nutzung ist die Vorsteuer in der Regel abziehbar, sodass die Umsatzsteuer den Gewinn nicht belastet. Sie ist trotzdem liquiditätswirksam, weil sie zunächst bezahlt werden muss.

Transport, Kraftstoff, Betriebsstoffe und Verschleißteile rechnet der Vermieter getrennt ab. Kalkulieren Sie diese Positionen mit 15 bis 30 Prozent des reinen Mietpreises. Bei Baggern und Radladern ist der Anteil wegen des Tiefladers eher höher.

Mietdauerstaffeln: Woche und Monat rechnen sich anders

Vermieter kalkulieren den Tagespreis für kurze Einsätze. Der Wochenpreis liegt üblicherweise bei rund drei Tagespreisen, der Monatspreis bei acht bis zehn Tagespreisen. Ab etwa drei Monaten sind Sonderpreise verhandelbar, weil die Maschine dann dauerhaft gebunden ist.

Daraus folgt eine einfache Entscheidungsregel. Wer mehr als drei Arbeitstage braucht, sollte den Wochenpreis buchen. Wer mehr als etwa zwei Wochen plant, verhandelt über den Monatspreis, auch wenn das Projekt kürzer läuft.

Achten Sie auf die Abrechnungseinheit. Manche Vermieter rechnen in Kalendertagen, andere in 24-Stunden-Perioden. Ein Wochenende kann dadurch einmal oder zweimal berechnet werden. Viele Betriebe bieten für Rückgabe am Montag einen Wochenendtarif an.

Betriebsstunden sind der versteckte Kostenblock. Viele Verträge enthalten acht Stunden pro Tag oder 40 Stunden pro Woche, Mehrstunden werden nachverrechnet. Bei durchlaufenden Erdbauarbeiten ist das der entscheidende Unterschied zwischen Angebot und Schlussrechnung.

Prüfen Sie außerdem Mindestmietzeiten. Manche Kategorien werden erst ab einer Woche abgegeben, andere ab einem Tag. Die Mindestmietzeit steht im Vertrag und nicht im Preisblatt, deshalb gehört sie in jeden Angebotsvergleich.

Anbieter im Überblick: Zeppelin, Liebherr, Boels und Cramo

Zeppelin Baumaschinen ist in Deutschland Generalimporteur für Caterpillar und betreibt einen eigenen Mietpark. Vermietet werden Bagger, Radlader, Verdichter und Anbaugeräte, verbunden mit Werkstattservice und Ersatzteillogistik. Für Betriebe mit Cat-Maschinen im Bestand ist das ein Argument, weil Bedienung und Ersatzteile identisch sind.

Der Mietpark von Liebherr für Baumaschinen umfasst Erdbaumaschinen, Krane und Arbeitsbühnen. Die Vermietung läuft über Mietstationen, die auch Transport und Einweisung organisieren. Bei großen Geräten wird die Maschine häufig mit Bediener angeboten.

Boels Rental ist mit einem dichten Stationsnetz in Deutschland vertreten und deckt vom Kleinwerkzeug bis zur Arbeitsbühne fast alle Gewerke ab. Cramo, in Deutschland unter dem Dach von Boels, zeigt online sein Mietangebot und die Rückgabebedingungen für Werkzeuge und Geräte. Für kurzfristige Bedarfe in Stadtlagen ist das Netz ein Vorteil.

HKL Baumaschinen betreibt ein bundesweites Stationsnetz mit Schwerpunkt Erdbau und Verdichtung. Daneben stehen überregionale Anbieter wie Mateco und Riwal für Arbeitsbühnen bereit sowie zahlreiche regionale Vermietungsbetriebe mit eigenem Werkstattzugang.

Die Wahl hängt weniger am Logo als an drei Punkten: Entfernung zur Baustelle, Verfügbarkeit der konkreten Geräteklasse und Reaktionszeit bei einer Störung. Fragen Sie nach der Servicenummer und nach der Ersatzgerätezusage im Vertrag.

Checkliste für Bauleiter und Einkauf

  • Bedarf, Geräteklasse, Einsatzdauer und Zubehör schriftlich festlegen
  • Zufahrt, Abstellfläche, Traggrund und Anlieferzeitfenster klären
  • Bedienberechtigung, Einweisung und Unterweisung dokumentieren
  • Gefährdungsbeurteilung für den konkreten Einsatz anpassen
  • Versicherung, Haftung, Selbstbehalt und Diebstahlrisiko prüfen

Grundlage bleibt die Gefährdungsbeurteilung, die vor dem Einsatz der gemieteten Maschine vorliegt und den Standort berücksichtigt. Das Handbuch Gefährdungsbeurteilung der BAuA beschreibt, wie dabei vorgegangen wird.

Bei der Haftung trennen Vermieter sauber zwischen Bedienfehler und Materialverschleiß. Für Schäden am Trägergerät brauchen Sie eine Betriebshaftpflicht, die Mietgeräte einschließt. Klären Sie den Selbstbehalt je Schadensfall, denn er liegt oft bei 500 bis 2.500 Euro.

In fünf Schritten zur richtigen Mietmaschine

  1. Einsatz beschreiben: Material, Volumen, Fläche, Zeitfenster und Platzverhältnisse notieren.
  2. Geräteklasse und Zubehör festlegen, inklusive Anbaugeräte, Kraftstoff und Bedienpersonal.
  3. Drei bis fünf Angebote einholen und Tagespreis, Staffel, Transport und Betriebsstunden getrennt vergleichen.
  4. Vertrag prüfen, Übergabetermin buchen und Einweisung sowie Übergabeprotokoll sichern.
  5. Rückgabetermin mit Puffer einplanen, Maschine reinigen und Schäden sofort schriftlich melden.

Beispielrechnung: Minibagger für eine Woche

Angenommen, ein Bauunternehmen mietet einen Minibagger der 2,5-Tonnen-Klasse für fünf Arbeitstage. Der Tagespreis liegt bei 145 Euro netto, der Wochenpreis bei 390 Euro netto. Anlieferung und Abholung kosten pauschal 180 Euro netto, der Dieselverbrauch liegt bei 100 Litern zu einem angenommenen Preis von 1,70 Euro netto je Liter.

Bei Abrechnung nach Tagen entstehen 725 Euro Miete, 180 Euro Transport und 170 Euro Kraftstoff, zusammen 1.075 Euro netto. Darauf kommen 19 Prozent Umsatzsteuer, also 204,25 Euro. Die Bruttosumme beträgt 1.279,25 Euro.

Bei Abrechnung nach Wochenpreis entstehen 390 Euro Miete, 180 Euro Transport und 170 Euro Kraftstoff, zusammen 740 Euro netto. Die Umsatzsteuer beträgt 140,60 Euro, die Bruttosumme 880,60 Euro. Die Wochenstaffel spart in diesem Beispiel 335 Euro netto.

Die Rechnung zeigt den eigentlichen Hebel. Nicht der Tagespreis entscheidet, sondern die Wahl der richtigen Staffel und die Vermeidung unnötiger Transportfahrten. Wer zwei Tage länger mietet und dafür eine zweite Anlieferung spart, fährt häufig günstiger.

Übernahme, Rückgabe und Haftung

Bei der Übernahme gehören Fotos zum Standard: Betriebsstundenzähler, Reifen, Ausleger, Schaufel und alle sichtbaren Schäden. Lassen Sie den Zustand im Übergabeprotokoll festhalten und beide Seiten unterschreiben. Ohne diese Dokumentation wird jede spätere Schadensdiskussion schwierig.

Bei der Rückgabe verlangen Vermieter eine gereinigte Maschine mit vollem Kraftstofftank und ohne Bauschutt in der Schaufel. Reinigungskosten werden pauschal nachverrechnet und liegen häufig zwischen 50 und 200 Euro netto. Planen Sie dafür Zeit am letzten Einsatztag ein.

Prüfen Sie die Rückgabefrist genau. Wird die Maschine erst am Folgetag abgeholt, kann ein weiterer Tag berechnet werden. Vereinbaren Sie die Abholung schriftlich mit Zeitfenster und nennen Sie eine Kontaktperson auf der Baustelle.

Bei Störungen gilt: sofort den Vermieter informieren und die Maschine nicht weiterbetreiben. Wer einen Schaden verschweigt und weiterarbeitet, riskiert den Verlust der Gewährleistung und hohe Folgekosten. Fragen Sie nach der Ersatzgerätezusage, bevor Sie unterschreiben.

Häufige Fragen

Welche Baumaschine eignet sich für die erste gewerbliche Anmietung?

Ein Minibagger der 1,5- bis 3-Tonnen-Klasse oder eine Rüttelplatte. Beide Geräte sind einfach zu bedienen, weit verfügbar und verursachen überschaubare Transportkosten.

Wie lange sollte man Baumaschinen mindestens mieten?

Das gibt der Vermieter vor. Bei Erdbaumaschinen liegt die Mindestmietzeit oft bei einem Tag, bei Spezialgeräten bei einer Woche. Die Angabe steht im Vertrag, nicht im Preisblatt.

Was kostet ein Minibagger pro Tag netto?

Für die 1,5- bis 3-Tonnen-Klasse liegt der Marktkorridor bei 90 bis 150 Euro netto pro Tag. Hinzu kommen 19 Prozent Umsatzsteuer sowie Transport- und Kraftstoffkosten.

Welche Unterlagen verlangen Vermieter von Gewerbekunden?

Meist einen Handelsregisterauszug oder Gewerbenachweis, eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und eine Betriebshaftpflicht mit Deckung für Mietgeräte. Bei Bühnen kommt der Bedienernachweis dazu.

Was passiert bei Schäden an der Mietmaschine?

Der Schaden wird im Übergabeprotokoll festgehalten und dem Vermieter gemeldet. Je nach Ursache greift die Betriebshaftpflicht oder es wird ein vereinbarter Selbstbehalt fällig.

In diesem Leitfaden

  1. 7 Fehler bei der Baumaschinenmiete im Gewerbe vermeidenBaumaschinenmiete im Gewerbe: Sieben typische Fehler, von fehlender Betriebserlaubnis bis falschen Betriebsstoffen, mit DGUV, BetrSichV und Beispielkosten.
  2. Checkliste für die Übergabe von Baumaschinen im GewerbeÜbergabe von Baumaschinen: Checkliste mit Prüfpunkten zu Betriebsstunden, Sichtprüfung, Betriebsstoffen, Zubehör, Protokoll sowie Fristen und Haftung.
  3. Was kostet die Miete einer Baumaschine pro Tag im Gewerbe?Baumaschinen Mietkosten im Gewerbe: Tagespreise netto und brutto mit 19 Prozent MwSt. für Minibagger, Rüttelplatte, Telehandler plus Zuschläge.

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