
Baumaschinenmiete
Teil von Welche Baumaschinen eignen sich für die gewerbliche Miete?
Baumaschinen mieten oder leasen im Vergleich für Bauunternehmen
Baumaschinen mieten oder leasen: Kosten pro Tag, Woche und Monat netto und mit MwSt., Laufzeiten, Anbieter wie Zeppelin, Liebherr und HKL, Restwertrisiken.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Mietedeckt kurze Einsätze und Lastspitzen ab, die Laufzeit reicht von einzelnen Tagen bis zu wenigen Monaten.
- Leasingbindet die Maschine über 24 bis 60 Monate an das Unternehmen und ersetzt den Kauf durch planbare Raten.
- Der Miettag ist teurer als der rechnerische Tagesanteil einer Leasingrate, weil Wartung und Ausfallrisiko eingepreist sind.
- Beim Restwertleasing trägt der Bauunternehmer das Risiko der Rückgabe, beim Kilometerleasing kalkuliert der Leasinggeber.
- Alle genannten Beträge sind Nettopreise, auf die 19 Prozent Umsatzsteuer kommt.
Was Miete und Leasing vertraglich trennen
Ein Mietvertrag ist ein Nutzungsvertrag auf Zeit. Das Bauunternehmen zahlt für den Zeitraum, in dem die Maschine auf der Baustelle steht, und gibt sie anschließend zurück.
Mindestmietdauern und Reinigung stehen in den Mietbedingungen, Transportkosten werden oft separat abgerechnet. Beim gewerblichen Verleih von Werkzeugen und Geräten gelten Rückgabefristen und Zustandsregeln, wie sie Cramo in seinen Mietinformationen beschreibt (Baumaschinen Vermietung und Mietmaschinen Verleih).
Leasing ist dagegen ein Finanzierungsvertrag über eine feste Laufzeit. Der Leasingnehmer zahlt monatliche Raten, die sich aus Anschaffungswert, Laufzeit, kalkuliertem Restwert und Zinssatz ergeben. Sonderzahlungen zu Beginn sind möglich. Am Ende steht die Rückgabe oder, bei Verträgen mit Kaufoption, der Erwerb der Maschine.
Der Unterschied liegt im Risiko. Kurze Miete kostet pro Tag mehr, lässt sich aber jederzeit beenden. Leasing senkt den Monatsbetrag, bindet das Unternehmen jedoch über die gesamte Laufzeit. Ein Auftragseinbruch ändert die Rate nicht.
Kosten pro Tag, Woche und Monat
Die folgende Beispielrechnung zeigt die Größenordnung für einen Kettenbagger der 5-Tonnen-Klasse. Die Zahlen sind Rechenwerte des Beispiels, keine Angebotspreise einzelner Vermieter.
Miete vs. Leasing: Kostenvergleich
Miete
- 1 Tag
- 320 EUR
- 1 Woche
- 1.150 EUR
- 1 Monat
- 3.200 EUR
- 48 Monate
- 153.600 EUR
Leasing
- 1 Tag
- nicht üblich
- 1 Woche
- nicht üblich
- 1 Monat
- 1.450 EUR
- 48 Monate
- 69.600 EUR
Miete netto
- 1 Tag
- 320 EUR
- 1 Woche
- 1.150 EUR
- 1 Monat
- 3.200 EUR
- 48 Monate (rechnerisch)
- 153.600 EUR
19 % Umsatzsteuer
- 1 Tag
- 60,80 EUR
- 1 Woche
- 218,50 EUR
- 1 Monat
- 608 EUR
- 48 Monate (rechnerisch)
- 29.184 EUR
Miete brutto
- 1 Tag
- 380,80 EUR
- 1 Woche
- 1.368,50 EUR
- 1 Monat
- 3.808 EUR
- 48 Monate (rechnerisch)
- 182.784 EUR
Leasingrate netto
- 1 Tag
- nicht üblich
- 1 Woche
- nicht üblich
- 1 Monat
- 1.450 EUR
- 48 Monate (rechnerisch)
- 69.600 EUR
Die Mietstaffel sinkt mit der Dauer, weil Bearbeitungs- und Transportkosten auf mehr Tage verteilt werden. Beim Leasing liegt die Rate über 48 Monate bei 1.450 EUR netto, das sind 1.725,50 EUR brutto. Hinzu kommen Wartung und Betriebsstoffe sowie Versicherung, die der Leasingnehmer selbst trägt.
Beide Wege sind umsatzsteuerlich gleich behandelt: Auf jede Rechnung kommt die Steuer, für Bauunternehmen mit Vorsteuerabzug ist sie durchlaufend. Preisentwicklungen am Baumarkt lassen sich über die Baupreise und Immobilienpreise des Statistischen Bundesamtes nachvollziehen.
Anbieter, Laufzeiten und Restwertrisiko
Bei den Anbietern treffen zwei Modelle aufeinander. Zeppelin Baumaschinen vermietet und verkauft Maschinen des Herstellers Caterpillar, HKL Baumaschinen betreibt ein eigenes Mietparknetz ohne Herstellerbindung. Liebherr bietet Erdbewegungsmaschinen und Arbeitsbühnen zur Miete an, mit Angaben zu Mietdauer und Rückgabe im Liebherr Mietpark.
Laufzeiten: Mietverträge laufen oft über Tage oder Wochen, Langzeitmiete über drei bis zwölf Monate. Leasingverträge liegen typischerweise zwischen 24 und 60 Monaten. Je länger die Mietdauer, desto näher kommt der Monatspreis einer Leasingrate.
Beim Restwertleasing trägt der Leasingnehmer das Risiko, wenn die Maschine am Vertragsende weniger wert ist als kalkuliert. Beim Kilometerleasing übernimmt der Leasinggeber diese Kalkulation, verlangt aber Nachzahlungen für Mehrstunden und übermäßige Abnutzung. Beim Andienungsrecht muss die Maschine am Ende zu einem festgelegten Preis gekauft werden.
Entscheidungshilfe für den Fuhrpark
- Miete, wenn die Maschine weniger als sechs Monate im Jahr auf eigenen Baustellen läuft.
- Miete, wenn Auftragsbestand und Auslastung stark schwanken.
- Leasing, wenn die Maschine über die gesamte Laufzeit ausgelastet ist und der Fuhrpark planbar bleibt.
- Leasing, wenn die Finanzierung das Eigenkapital schonen soll und die Rate in die Kalkulation passt.
- Miete für Sondertechnik wie Arbeitsbühnen, die nur zu Montagezwecken gebraucht wird; Liebherr führt dazu eigene Angaben zu Gelenkbühnen im gewerblichen Verleih.
Häufige Fragen
Was kostet Baumaschinen mieten pro Tag?
Bei einem Kettenbagger der 5-Tonnen-Klasse liegt der Tagespreis in der Beispielrechnung bei 320 EUR netto, das sind 380,80 EUR inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer. Wochen- und Monatspreise senken den Anteil pro Tag deutlich.
Ab wann lohnt sich Leasing statt Miete?
Leasing rechnet sich, wenn die Maschine über die gesamte Laufzeit ausgelastet ist und die Rate unter der Monatsmiete liegt. Bei schwankender Auslastung bleibt Miete günstiger, weil keine Laufzeitbindung entsteht.
Wer trägt das Restwertrisiko?
Beim Restwertleasing der Leasingnehmer, weil er für den Minderwert am Vertragsende aufkommt. Beim Kilometerleasing kalkuliert der Leasinggeber den Wert, verlangt aber Ausgleich für Mehrstunden.
Wie wirkt sich die Umsatzsteuer auf den Vergleich aus?
Umsatzsteuer fällt bei Miete und Leasing gleich an: 19 Prozent auf jede Rate. Bauunternehmen mit Vorsteuerabzug vergleichen deshalb die Nettobeträge, ohne Vorsteuerabzug die Bruttobeträge.



