Baumaschinenmiete
Teil von Werkzeugmiete oder Kauf im Vergleich für Handwerksbetriebe
Werkzeugmiete oder Leasing im Vergleich für Betriebe
Werkzeugmiete oder Leasing im Vergleich: Tagespreise, Monatsraten in Euro, Laufzeiten und Versicherungen für Handwerks- und Industriebetriebe.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Werkzeugmiete deckt kurze Einsätze ab und belastet nur die Tage mit Kosten, an denen das Gerät tatsächlich läuft.
- Leasing bindet Betriebe über 24 bis 60 Monate und liefert dafür kalkulierbare Monatsraten.
- Hilti bündelt gewerblich genutzte Werkzeuge im Fleet Management, Makita liefert vor allem über den Fachhandel.
- Versicherungsschutz ist bei beiden Modellen zu prüfen, weil Mietverträge Schäden oft nur teilweise abdecken.
- Tagespreise für kleine Elektrowerkzeuge bewegen sich häufig zwischen 15 und 20 Euro netto, zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer.
Wo Miete und Leasing wirtschaftlich auseinandergehen
Bei der Werkzeugmiete bleibt der Vermieter Eigentümer. Der Betrieb zahlt einen Tagespreis, nutzt das Gerät und gibt es zurück. Die Miete zählt als Betriebsausgabe und mindert den Gewinn vollständig im Jahr der Zahlung. Für Betriebe mit schwankender Auftragslage ist das ein Liquiditätsvorteil.
Nach den amtlichen Strukturdaten zum Handwerk zählen viele Handwerksbetriebe zu den kleineren Einheiten mit wenigen Beschäftigten.
Leasing ist dagegen ein Finanzierungsgeschäft. Der Betrieb zahlt eine feste Monatsrate über eine Grundmietzeit und nutzt das Gerät durchgehend. Nach dem Mobilien-Leasingerlass des Bundesfinanzministeriums wird ein bewegliches Wirtschaftsgut dem Leasinggeber zugerechnet, wenn die Grundmietzeit zwischen 40 und 90 Prozent der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer liegt. Die Raten sind dann sofort als Betriebsausgabe abziehbar.
Der Unterschied liegt in der Bindung: Miete endet mit der Rückgabe, Leasing mit dem Ablauf der Grundmietzeit. Danach entscheidet der Betrieb über Rückgabe oder Kaufoption.
Tagespreise und Monatsraten in Euro netto
Vermieter rechnen in Tagespreisen, bei längeren Zeiträumen in Wochen- oder Monatspreisen. Leasinggeber und Herstellermodelle rechnen in Monatsraten. Die folgende Beispielrechnung nutzt angenommene Werte, alle Beträge netto, zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer.
| Gerät | Tagespreis Miete | Monatsrate Leasing |
|---|---|---|
| Akku-Schlagbohrschrauber 18 V | 15 bis 20 Euro | 25 bis 40 Euro |
| Abbruchhammer 5 kg | 35 bis 45 Euro | 90 bis 130 Euro |
| Trennschleifer 350 mm | 40 bis 55 Euro | 110 bis 160 Euro |
Die Miete eines Abbruchhammers kostet an 20 Einsatztagen im Monat rund 700 bis 900 Euro netto. Die Leasingrate liegt darunter. Bei fünf Einsatztagen dreht sich das Verhältnis: Dann zahlt der Betrieb 175 bis 225 Euro netto und bleibt flexibel.
Vermieter verlangen häufig eine Kaution und stellen Betriebsstoffe, Reinigung und Verschleiß gesondert in Rechnung. Beim Vermieter Cramo lassen sich Mietangebot und Rückgabebedingungen für Baumaschinen und Werkzeuge online einsehen.
Laufzeiten, Service und Versicherung
Hilti bietet sein Fleet Management als Mietmodell mit festen Monatsraten an, die Laufzeiten reichen typischerweise von 12 bis 48 Monaten. Wartung, Reparatur und Ersatzteile sind in der Rate enthalten, was die Kostenplanung erleichtert. Bosch Professional betreibt für gewerblich genutzte Elektrowerkzeuge ein eigenes Service- und Reparaturnetz.
Makita tritt vor allem als Hersteller auf, der Fachhandel und Vermietbetriebe beliefert. Mietverträge und Leasingverträge für Makita-Geräte entstehen deshalb meist über den Händler oder eine Leasinggesellschaft.
Versicherung ist bei beiden Modellen ein eigener Posten. Mietgeräte sind über die Betriebshaftpflicht nicht automatisch gegen Diebstahl oder Bruch gedeckt. Viele Vermieter bieten kostenpflichtige Schadenschutzpakete an, die den Selbstbehalt senken. Leasinggeber verlangen meist eine Vollkasko- oder Restwertversicherung, damit die Rate kalkulierbar bleibt.
Auf die Vertragslaufzeit sollten Einkäufer gesondert achten. Mietverträge laufen tageweise und enden mit der Rückgabe. Leasingverträge enthalten oft automatische Verlängerungen, wenn die Kündigungsfrist verstreicht.
Rechenbeispiel: 200 Einsatztage pro Jahr
Ein Betrieb setzt einen Abbruchhammer an 200 Tagen pro Jahr ein. Bei einem Tagespreis von 38 Euro netto zahlt er 7.600 Euro netto jährlich, zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer. Als Preisbezug für Bauleistungen veröffentlicht das Statistische Bundesamt die Entwicklung der Baupreise.
Ein Leasingvertrag mit 120 Euro Monatsrate über 36 Monate kostet 4.320 Euro netto, also 1.440 Euro pro Jahr, zuzüglich Umsatzsteuer. Die Miete liegt damit mehr als fünfmal so hoch.
Die Bindung wirkt in die andere Richtung. Der Leasingnehmer zahlt die Rate auch in Monaten ohne Auftrag, der Mieter nur an gebuchten Tagen.
Häufige Fragen
Ab welcher Auslastung lohnt Leasing statt Werkzeugmiete?
Als Orientierung gilt die Zahl der Einsatztage. Wer ein Gerät mehr als 100 bis 120 Tage pro Jahr nutzt, fährt mit einer Monatsrate meist günstiger als mit Tagespreisen.
Welche Vertragslaufzeiten sind bei Werkzeugleasing üblich?
Gängig sind 24 bis 60 Monate. Herstellermodelle wie das Hilti Fleet Management beginnen bei 12 Monaten.
Sind Mietgeräte gegen Schäden versichert?
Nur teilweise. Vermieter verlangen eine Kaution und bieten Schadenschutzpakete an. Diebstahl und grobe Fahrlässigkeit trägt in der Regel der Mieter.
Kann ein Betrieb die Miete steuerlich sofort absetzen?
Ja. Die Miete ist Betriebsausgabe im Jahr der Zahlung. Beim Leasing hängt die Zuordnung von der Laufzeit im Verhältnis zur Nutzungsdauer ab.
Ist Kaufen die günstigere Alternative?
Bei sehr hoher Auslastung über mehrere Jahre kann der Kauf rechnen. Er bindet Kapital, bringt dafür aber keine laufende Rate und keine Rückgabepflicht.