Baumaschinenmiete
Teil von Werkzeugmiete oder Kauf im Vergleich für Handwerksbetriebe
Welche Werkzeuge lohnen sich für die Miete im Gewerbe?
Werkzeugmiete im Gewerbe: Welche Geräte sich lohnen, was Kernbohrmaschine, Winkelschleifer und Abbruchhammer pro Tag kosten und wann der Kauf günstiger ist.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kurze, teure Einsätze sind Mietfälle: Kernbohrmaschinen, Abbruchhämmer und Betonsägen rechnen sich fast nie als Kauf.
- Winkelschleifer und Akkuschrauber stehen täglich im Einsatz und gehören ins eigene Lager.
- Tagespreise liegen netto zwischen 15 und 90 Euro, je nach Geräteklasse, hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer.
- Vor Übergabe und während der Nutzung gelten Prüfpflichten nach der Betriebssicherheitsverordnung.
- Rückgabebedingungen, Ersatzgeräte und Transportkosten entscheiden stärker über den Preis als der Listenpreis.
Was sich für die Miete lohnt
Die Werkzeugmiete lohnt sich, wenn die Einsatzdauer kurz ist und die Anschaffung teuer. Kernbohrmaschinen, Abbruchhämmer und Diamantsägen gehören in diese Gruppe. Sie stehen in vielen Betrieben nur wenige Tage im Jahr im Einsatz.
| Werkzeuggruppe | Tagespreis netto | Nutzung im Jahr | Miete sinnvoll |
|---|---|---|---|
| Kernbohrmaschine bis 200 mm | 35 bis 60 Euro | wenige Tage | ja |
| Winkelschleifer 230 mm | 15 bis 25 Euro | selten | nur Sonderausführung |
| Abbruchhammer 10 bis 20 kg | 40 bis 70 Euro | einzelne Einsätze | ja |
| Akku-Schlagbohrschrauber | 10 bis 20 Euro | fast täglich | nein, kaufen |
| Wand- und Betonsäge | 50 bis 90 Euro | Sonderfälle | ja |
Winkelschleifer und Akkuschrauber sind Dauergäste auf der Baustelle. Wer sie täglich braucht, fährt mit dem Kauf günstiger. Die Miete bleibt hier Sonderfällen vorbehalten, etwa einer 230-Millimeter-Maschine mit Führungsschiene für einen einzelnen Auftrag.
Anders sieht es bei Abbruchhämmern aus. Ein Gerät der 15-Kilogramm-Klasse wiegt viel, braucht Wartung und steht meist nur bei Rückbauarbeiten im Einsatz. Genau dort ist Miete die günstigere Wahl.
Bei Kernbohrmaschinen kommt die Zubehörfrage hinzu. Bohrkrone, Wasserauffang und Absaugung werden mitvermietet. Kaufzubehör für eine Maschine, die dreimal im Jahr läuft, bindet Kapital.
Rechenbeispiel: acht Einsatztage gegen den Kaufpreis
Ein Abbruchhammer der 15-Kilogramm-Klasse kostet im Handel rund 1.500 Euro netto. Die Miete liegt bei etwa 60 Euro netto pro Tag, mit 19 Prozent Mehrwertsteuer sind das 71,40 Euro täglich.
Bei acht Einsatztagen fallen 480 Euro netto an, also 571,20 Euro brutto. Erst ab etwa 25 Miettagen pro Jahr erreicht die Miete den Kaufpreis. Wartung, Ersatzteile und Lagerfläche sind dabei noch nicht eingerechnet.
Prüfpflichten gelten auch für Mietgeräte
Ob gekauft oder gemietet, ändert an der Prüfpflicht nichts. Arbeitsmittel müssen vor der ersten Verwendung und danach in festgelegten Abständen geprüft werden. Der Anhang 1 der Betriebssicherheitsverordnung nennt die Anforderungen an Prüfung und Instandhaltung. Beim Mietgerät gehört die Prüfplakette zur Übergabe, die Unterweisung der Nutzer bleibt Sache des Betriebs.
Vier Schritte zur Mietentscheidung
- Bedarf zählen: Einsatztage pro Jahr schätzen, nicht die Wunschausstattung.
- Preis vergleichen: Tagespreis netto, Wochenpauschale, Transport und Verbrauchsmaterial addieren.
- Verfügbarkeit klären: Liefertermin, Abholstandort und Öffnungszeiten prüfen.
- Pflichten trennen: Prüfung, Haftung und Rückgabefrist schriftlich festhalten.
Anbieter und Mietbedingungen
Gewerbliche Werkzeugmiete gibt es bei Baumarktketten wie Bauhaus, bei Onlinehändlern wie Contorion, bei Baumaschinenhändlern und bei spezialisierten Vermietern. Bei Cramo finden Gewerbekunden Mietangebot und Rückgabebedingungen für Werkzeuge und Geräte. Für Betriebe zählen Ersatzgeräte, Reaktionszeiten und klare Rückgabefristen oft mehr als der Tagespreis.
Wochenpauschalen senken den Tagespreis deutlich, häufig auf das Vier- bis Fünffache einer Tagesmiete. Transport und Reinigung rechnen Vermieter getrennt ab.
Das Statistische Bundesamt führt unter Handwerk Zahlen zu Betrieben und Beschäftigten. Diese Betriebe sind die typischen Mieter von Kernbohrmaschinen, Abbruchhämmern und Arbeitsbühnen.
Häufige Fragen
Ab welcher Nutzungsdauer ist Miete günstiger als der Kauf?
Bei Geräten mit hohem Anschaffungspreis liegt die Grenze oft bei 20 bis 30 Einsatztagen im Jahr. Darunter bleibt die Miete meist günstiger.
Was kostet ein Winkelschleifer pro Tag?
Kleingeräte liegen netto bei 15 bis 25 Euro pro Tag. Mit 19 Prozent Mehrwertsteuer sind das 17,85 bis 29,75 Euro.
Wer prüft gemietete Arbeitsmittel?
Der Vermieter übergibt das Gerät mit gültiger Prüfplakette. Für Nutzung, Unterweisung und Sichtkontrolle vor dem Einsatz ist der Betrieb verantwortlich.
Sind Mietgeräte versichert?
Vermieter verlangen häufig eine Haftungsübernahme oder eine Versicherungspauschale. Die Bedingungen stehen im Mietvertrag und sollten vor der Anmietung geprüft werden.
Lohnt sich eine Wochenpauschale?
Ja, ab etwa vier Miettagen. Viele Vermieter rechnen dann pauschal ab und verlangen keinen vollen Tagespreis mehr.